Campus Slam #5 im KKC

Am 29. April war es so weit: Der Essener Campus Slam durfte sein erstes kleines Jubiläum feiern und zum fünften Mal im Kunst- und Kultur Café (KKC) zahlreiche Gäste begrüßen. Ein erneut ausverkauftes Haus unterstrich den Erfolg des ersten und einzigen Poetry Slams am Campus Essen. Aber was ist überhaupt ein Poetry Slam?

Kurz gesagt: Poetry Slam ist ein moderner Dichterwettstreit, bei dem sich Poetinnen und Poeten anhand von selbstverfassten Texten messen. Doch es gibt auch Regeln: Zum Beispiel sind auf der Bühne keine Requisiten wie Kostüme oder Instrumente erlaubt. Zudem gibt es ein Zeitlimit, welches nicht überschritten werden darf, und die Texte müssen selbst verfasst sein. So darf etwa nur in kurzen Auszügen zitiert werden und auch Gesang ist nur stellenweise erlaubt. Worüber die literarischen Vorträge berichten, ist aber jedem Slammer selbst überlassen. Hier kann es tiefgründig-lyrisch, humorvoll, gesellschaftskritisch oder auch mal albern werden. Hauptsache das Publikum ist begeistert, denn dieses kürt am Ende den Sieger.

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Volles Haus im KKC.

Beim Campus Slam im KKC erfolgt die Bewertung durch ein Punktetafel-System. Aus fünf zufällig ausgewählten Zuschauern wird eine Jury zusammengestellt, welche jeden Text mit 1 bis 10 Punkten bewerten kann und so den jeweiligen Sieger aus den sieben bis zehn Teilnehmern ermittelt. Wer die Vorrunde überstanden hat, steht im Finale und tritt mit einem weiteren Text gegen zwei Konkurrenten an.

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Das Lineup beim fünften Campus Slam.

Das Lineup war beim fünften Campus Slam wie immer bunt gemischt. Um das Publikum gut einzustimmen, war ein Feature Poet – oder auch sogenanntes „Opferlamm“ – geladen: Der als NRW-Vize 2014 angepriesene Jason Bartsch ist seit wenigen Tagen nun auch NRW-Meister 2015. Jason machte seinem Ruf direkt alle Ehre, musste sich allerdings auch nicht der kritischen Bewertung des Publikums stellen.

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NRW-Meister 2015 Jason Bartsch

Um den Sieg kämpften anschließend acht Poeten und Poetinnen, die den Zuschauern eine große Bandbreite an Themen lieferten. So weckte Jay Nightwind romantische Gefühle, als er an die in der Männerwelt bekannten sexy TV-Sportclips erinnerte, während sich Bernard Hoffmeister über versteckte Fremdenfeindlichkeit im Netz Luft machte. Die mit ihren 17 Jahren jüngste Slammerin Henni zeigte eindrucksvoll, dass sie sich durchaus gegen alte Eisen behaupten kann und Christoph Koitka gestand, dass er endlose Diskussionen mit seinem Kühlschrank führt. Abgeschlossen wurde die Vorrunde schließlich von Tuna Tourette mit seinem Text „Wachse“.

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Slammerin Henni aus Düsseldorf.
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Slam Master Björn Gögge moderierte den Campus Slam.

Dass sich die Poetinnen und Poeten einander in nichts nachstehen, wurde deutlich, als gleich drei von ihnen punktgleich auf dem dritten Platz landeten. Nach einer Applaus-Abstimmung standen schließlich die Finalisten fest: Luca Swieter, Luise Frentzel und Tristan Kunkel. Nachdem sie in der ersten Runde noch für Lachtränen sorgte, zeigte sich Luca Swieter im Finale mit ihrem Text „das Mädchen mit der alabasterfarbenden Haut“ sehr viel nachdenklicher. Humorvoller ging es weiter, als Luise Frentzel mit unverwechselbarer Stimme versicherte, dass sie bereits im Mutterleib Texte verfasste. Und obwohl Tristan Kunkel nicht immer weiß, wer vor ihm steht, erkennt er Kolumbus doch in jedem Fall.

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Luca Swieter begeisterte mit einem Text über ihre Heimat.
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Luise Frentzel teilte sich am Ende den Hauptgewinn mit Tristan Kunkel.

Nun stand das Publikum vor der Qual der Wahl. Denn das Finale des Campus Slams wird nicht von der Jury, sondern von der gesamten Zuhörerschaft entschieden. Doch weder mit Applaus- noch mit Schinkenabstimmung konnte ein klarer Sieger festgestellt werden, und so teilten sich am Ende des Abends Luise Frentzel und Tristan Kunkel den Hauptgewinn – eine Flasche „Auerbach“-Sekt.

Sabine

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