„International Stories“ – Episode 3

Guangji Ding (26) came to Essen after finishing his Bachelor degree in Shanghai. In his Master program Urban Systems at the University of Duisburg-Essen he really likes to interact with people from different cultures. The cultural diversity is what he likes the most in Germany. Read more about Guangji and his experiences in the following interview.

GroupSelfie_GuangjiWhy did you choose Germany for your studies?
When I still was a teenager I made a trip to Europe. During my journey I saw several countries in central Europe, including Germany. And Germany was my favourite country among the others. I liked the architecture, the city landscapes and I’ve met lots of nice people that gave me a very good impression of Germany. That’s why I chose Essen for my Master degree after I’ve finished my Bachelor in Shanghai.

How did you feel when you left your home country to study in Germany? How were the first few days for you? And how do you feel now?
I feel dry. Because I am from Shanghai, a coast city, where the air is more humid than in Germany. So after I registered myself in the Bürgeramt, I went directly to a pharmacy to get some skin cream. Also because of the different climate, the first days were not easy for me. I had never experienced that it could rain when the sun is still in the sky. I had never seen that the sunset could be after ten o’clock at the night. I had never heard before that Chinese people love to eat dogs. When I wanted to write something into my journal, I just didn’t know how to start after so many surprises in one day.

Now I feel much better, because I got myself a rain jacket, because I found a nice spot in my city to watch the sunset by the Rhine river, although I would like to have someone sitting beside me (I would prefer a girl) and also because I found some good Chinese restaurants . I don’t mean the Asia restaurants at the Central Station, where they sell so-called Chinese food, which I have never ever seen in China before.

How do you like your studies in Germany? Which positive and which negative experiences did you already make?
I like it very much. I am the only Chinese student in my class and I am doing group projects with students from several countries, which gives me an unforgettable experience. The colorful and international atmosphere is exactly what I wanted. Working in such a team, different opinions based on different cultures and backgrounds are inevitable. All we need is respect and tolerance for each other. Positive and negative experiences depend on the personal point of view. I believe that, if people have a cooperative attitude and try to understand others, there won’t develop a conflict.

What is the biggest cultural difference between your home country and Germany? Which difference do you like and which don’t?
For me the biggest inconvenience in Germany is the food. Before I came here, I didn’t know that you eat cold stuff for breakfast, which is normal in Germany, but in China breakfast is warm. I had a hard time to get used to the cold and hard Belegte Bröchten.

And the people here live more for themselves than in my hometown. The positive side is that everyone has more time to focus on his own business and can make a plan more independently. The negative side is that sometimes – because of this individualism and the independence – the relations here are colder than in China, just like the cold Brötchen, colourful and nutritious, but cold.

What do you miss the most from your home country?
I miss the Chinese traditional festivals. It’s not only about the festivals themselves, but the moments, when all my family members get together for celebrating, which now I can only watch through Skype. Actually, I miss my family and my best friends.

Do you want to stay in Germany after you’ve finished your studies?
Yes, I will. After my master program, I would like to stay in Germany for another few years to gain some work experience. Like I said before, a better understanding for the people is the key to solve the conflicts between different cultures. I believe that a good way to get a deeper understanding of the German society is to throw myself into that society, to work with the people, to communicate with the people and to spend more time with the people.

What would you miss the most from Germany?
There are lots of things in Germany that I would miss: Löwenzahn on the streets, the timetable for the buses and my nice roommates. Actually, I would miss what above Löwenzahn represents: the good nature and environment, the timetable, the orderliness, and the nice people! It would be perfect, if I could have adapted myself earlier to the food here. Because nothing can be better than spending time with nice people at a nice place with nice food. I am still working on that.


GroupSelfie_GuangjiGuangji Ding (26) kam nach Essen, nachdem er erfolgreich seinen Bachelor in Shanghai abgeschlossen hatte. In seinem Masterstudium „Urbane Systeme“ an der Universität Duisburg-Essen mag er es besonders, mit Menschen verschiedener Kulturen zu interagieren. Die kulturelle Vielfalt ist das, war er an Deutschland am liebsten mag. Lies mehr über Guangji und seine Erfahrungen im folgenden Interview.

Warum bist du für dein Studium nach Deutschland gekommen?
Als ich noch ein Teenager war, habe ich einen Trip nach Europa unternommen. Während dieser Reise habe ich viele Länder in Zentraleuropa kennengelernt, darunter auch Deutschland. Deutschland war mein Lieblingsland. Ich mochte die Architektur, die Städtelandschaft und ich habe viele nette Leute kennengelernt, die mir ein sehr positives Bild von Deutschland vermittelten. Deshalb wählte ich Deutschland als Land für mein Masterstudium aus, nachdem ich meinen Bachelor in Schanghai absolviert hatte.

Wie war es für dich, deine Heimat zu verlassen und nach Deutschland zu kommen? Wie hast du dich in den ersten Tagen in Deutschland gefühlt? Und wie fühlst du dich jetzt?
Ich fühle mich trocken. Weil ich aus Shanghai, einer Küstenstadt komme, wo die Luft feuchter ist als in Deutschland. Also bin ich direkt nach meiner Registrierung im Bürgeramt zu einer Apotheke gegangen, um mir eine Hautcreme zu kaufen. Die ersten Tage hier waren nicht einfach für mich, ebenso aufgrund des anderen Klimas. Ich hatte vorher nie erlebt, dass es auch bei Sonnenschein regnen kann. Ich hatte vorher noch nie einen Sonnenuntergang nach 22:00 Uhr gesehen. Ich hatte vorher nie gehört, dass Chinesen es lieben würden, Hunde zu essen. Als ich etwas in mein Tagebuch schreiben wollte, wusste ich einfach nicht, wo ich anfangen sollte.

Heute fühle ich mich viel besser, weil ich mir eine Regenjacke gekauft habe; weil ich einen schönen Ort in meiner Stadt gefunden habe, um dem Sonnenuntergang am Rhein zuzuschauen – auch wenn ich dabei gern jemanden neben mir hätte (vorzugsweise ein Mädchen). Und weil ich einige gute chinesische Restaurants gefunden habe, wobei ich nicht die Asia Restaurants am Hauptbahnhof meine, wo sie sogenanntes chinesisches Essen verkaufen, das ich vorher nie in China gesehen habe.

Wie gefällt dir dein Studium in Deutschland? Welche positiven und welche negativen Erfahrungen hast du bisher hier gemacht?
Ich mag mein Studium sehr. Ich bin der einzige chinesische Student in meiner Klasse und ich arbeite viel mit Studierenden anderer Nationalitäten zusammen. Das schafft unvergessliche Erlebnisse. Diese bunte und internationale Atmosphäre ist genau das, was ich wollte. Wen man in so einem Team arbeitet, sind unterschiedliche Meinungen, basierend auf verschiedenen Kulturen, unausweichlich. Doch alles, was wir brauchen, ist Respekt und Toleranz für einander. Positive und negative Erfahrungen hängen vom Standpunkt ab. Ich glaube, dass sich nie ein Konflikt entwickeln würde, wenn Menschen eine kooperationsbereite Einstellung haben und versuchen, andere Menschen zu verstehen.

Was ist in Deutschland anders als in deinem Land? Was gefällt dir oder was stört dich daran?
Die größte Unannehmlichkeit in Deutschland ist für mich das Essen. Bevor ich nach Essen kam, wusste ich nicht, dass man hier kalte Dinge zum Frühstück isst. Das ist normal in Deutschland, in China isst man morgens jedoch warm. Es war schwierig für mich, mich an die kalten und harten belegten Brötchen zu gewöhnen.

Und in Deutschland lebt man mehr für sich als in meiner Heimatsstadt. Die positive Seite daran ist, dass jeder mehr Zeit hat, sich auf seinen eigenen Kram zu konzentrieren und ganz unabhängig Pläne schmieden kann. Die negative Seite ist, dass aufgrund des Individualismus und der Unabhängigkeit, die zwischenmenschlichen Beziehungen kälter als in China sind. Genau wie die belegten Brötchen: bunt und nahrhaft, aber kalt.

Was vermisst du besonders an deiner Heimat?
Ich vermisse die traditionellen chinesischen Feste. Nicht nur die Feste an sich, sondern vor allem die Momente, wenn meine Familie zusammenkommt und gemeinsam feiert. Das kann ich gerade nur über Skype verfolgen. Ich vermisse ich meine Familie und meine besten Freunde.

Möchtest du nach deinem Studium in Deutschland bleiben?
Ja, das werde ich. Nach meinem Masterstudium möchte ich noch für ein paar Jahre in Deutschland bleiben und Berufserfahrung sammeln. Wie ich bereits gesagt habe, ein besseres Verständnis für die Menschen ist der Schlüssel, um Konflikte zwischen verschiedenen Kulturen zu lösen. Ich glaube, dass es ein guter Weg ist, sich in die Gesellschaft hinein zu begeben, mit Menschen dieser Gesellschaft zu arbeiten, mit ihnen zu kommunizieren, um sie letztendlich besser zu verstehen.

Was würdest du an Deutschland am meisten vermissen?
Es gibt viele Dinge in Deutschland, die ich vermisse würde: den Löwenzahn auf den Straßen, die Zeitpläne an den Bushaltestellen und meine netten Mitbewohner. Genau genommen, würde ich vermissen, was der Löwenzahn repräsentiert: die schöne Natur und ihre Umgebung, die Ordnung und die freundlichen Menschen! Es wäre perfekt, wenn ich mich hätte früher an das Essen hier gewöhnen können. Weil es nichts Schöneres gibt, als Zeit mit netten Menschen an einem schönen Ort zu verbringen und dabei etwas Leckeres zu essen. Ich arbeite noch daran.

Das Interview führte Johanne.

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