Tipps für die BAföG-Rückzahlung

Das BAföG ist eine der besten Möglichkeiten der Studienfinanzierung, denn es besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss, also geschenktem Geld, und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. Das bedeutet, dass BAföG-Empfänger am Ende ihres Studiums nur 50 Prozent des Geldes, das sie erhalten haben, zurückzahlen müssen. Was bei der Rückzahlung zu beachten ist, erklärt uns Norbert Konert, Leiter der Abteilung Ausbildungsförderung des Studierendenwerks Essen-Duisburg.

Studistory: Herr Konert, was müssen BAföG-Empfänger nach Ende ihres Studiums beachten? Ab wann muss das Darlehen zurückgezahlt werden?

Norbert Konert: Rund viereinhalb Jahre nach der Förderungshöchstdauer, also der Regelstudienzeit, schickt das Bundesverwaltungsamt den Bescheid zur Rückzahlung raus. Nach fünf Jahren beginnen dann normalerweise die Rückzahlungen.

Studistory: Und dann muss man nur die Hälfte des Geldes zurückzahlen?

Norbert Konert: Genau. 50 Prozent der BAföG-Förderung ist geschenkt. Die Rückzahlungssumme ist außerdem gedeckelt, Studierende müssen nicht mehr als 10.000 Euro des Darlehens zurückzahlen.

Studistory: Wie viel Zeit hat man denn für die Rückzahlung?

Norbert Konert: Man kann sich aussuchen, ob man das gesamte Geld mit einem Mal bezahlen möchte bzw. kann oder ob man die Ratenzahlung wählt. Wer alles auf einmal bezahlt, bekommt einen Nachlass. Dieser ergibt sich aus der Gesamthöhe des Darlehens, ist also von Person zu Person verschieden.

Studistory: In der Regel verdient doch kaum jemand direkt so viel Geld nach dem Studium, dass er das gesamte Geld auf einen Schlag zurückzahlen kann, oder?

Norbert Konert: Das stimmt, man kann sich jedoch bei der Bank nach Konditionen für einen Kredit erkundigen. Bei niedrigen Zinsen kann das wegen des Nachlasses günstiger sein, als die Ratenzahlung.

Studistory: Und wie hoch sind die Raten?

Norbert Konert: Man muss monatlich mindestens 105 Euro zahlen. Wer sich für die Raten entscheidet, zahlt in der Regel also alle drei Monate 315 Euro.

Studistory: Und wenn man sich diese 105 Euro im Monat nicht leisten kann?

Norbert Konert: Wer unter 1.070 Euro im Monat zur Verfügung hat, kann erst mal eine Freistellung beantragen. Doch sobald der Darlehensnehmer genug verdient, muss er das Geld zurückzahlen.

Studistory: Haben Sie zum Abschluss noch einen wichtigen Hinweis, den die BAföG-Empfänger bezüglich der Rückzahlung unbedingt beachten sollten?

Norbert Konert: Nach dem Studium sollten die früheren BAföG-Empfänger immer ihre aktuelle Adresse beim Bundesverwaltungsamt melden. Denn sonst riskiert man eine Strafzahlung von pauschal 25 Euro.

Das Interview führte Johanne.

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