Die Zeitumstellung – Wer hat an der Uhr gedreht?

Wenn sich am Morgen die Augenlider wieder etwas schwerfälliger aufschlagen lassen und sich der selbstverständlich ansonsten rundum gesund lebende Studierende nun fragt, was er nur falsch gemacht haben könnte, gibt es eine simples Naturphänomen, in dessen Existenz ein klein wenig Trost gefunden werden kann: Hibernation. Ihr seid nicht die Einzigen, die nun immer müder werden, und Ihr seid auch nicht krank, Ihr könnt es Euch lediglich nicht leisten, Winterschlaf zu halten.
Adé Sommer und hallo Winterzeit! Am gestrigen Sonntag wurden die Uhren von 3 auf 2 Uhr um insgesamt eine Stunde zurückgestellt. Wer diesen glücklichen Umstand nicht aktiv genutzt hat, um eine Stunde länger zu tanzen oder zu schlafen, ist selber Schuld.

„Bis zum Morgengrauen“ bekommt auf einmal eine ganz andere Bedeutung. Ob es jetzt das Schlafen oder das Feiern bis zum Morgengrauen ist – spätestens wenn man eines idyllischen, spätsommerlichen Tages feststellen muss, dass die Sonne sich so gar nicht mehr blicken lassen mag, ist die Euphorie über die am 25. Oktober gewonnene Stunde Schlaf schnell verflogen. Auch wenn sich das ganze Sonnenauf- und Sonnenuntergangsspektakel lediglich um eine Stunde verschob, man hat doch viel zu häufig das Gefühl, die Uni am Morgen in Dunkelheit zu betreten und am Abend in Dunkelheit zu verlassen. Dennoch gibt es für uns Studierende Mittel und Wege, mit einem Lächeln durch dunkle Tage und noch dunklere Morgende zu kommen.

Ihr solltet dem Ganzen etwas Positives abgewinnen. Seid gewieft und nutzt die Winterzeit: Schlaft etwas länger und spart euch das morgendliche Zurechtmachen, es 12179986_964852233588210_1659699057_nwird ob des mangelnden Lichts ohnehin bis zum Mittag Niemandem auffallen, und da wird es ja auch schon langsam wieder dunkel. Also drückt den Wecker guten Gewissens auf Schlummern.

Und wie jeder weiß: Im Dunkeln ist gut munkeln! Unbeabsichtigtes Entschlafen in einer frühen Vorlesung im Wintersemester nimmt einem kein Mensch übel. Gleiches gilt für sporadische Minimal-Verspätungen oder ganz selten den kompletten Verzicht auf physische Präsenz in den ganz ganz dunklen Morgenstunden. Zum Glück versorgen uns die guten Seelen der Cafeterien und Mensen jederzeit zuverlässig mit Koffein- und Zuckerrationen – ein großes Dankeschön an dieser Stelle!

Weitere frohe Kunde: Indirekt wird nun mit Anbruch der Winterzeit auch die so heiß geliebte Weihnachtszeit eingeläutet. Diese ist für jeden Weihnachten-nicht-aus-Prinzip-Hassenden ein Grund zur Freude und für alle anderen ein Zeichen, dass sich das Jahr 2015 nun langsam aber sicher dem Ende zuneigt.

Wer es bis jetzt geschafft hat, erfolgreich an den schon seit Ende August angepriesenen Schokoladenweihnachtsmänner-Aktionsflächen in den Supermärkten vorbeizusteuern, kann nun guten Gewissens, ja vielleicht sogar frohlockend, die Saison des festen Schuhwerks einläuten und sich bei winterlichen 15 Grad in der Innenstadt den ersten Glühwein genehmigen – die Stunde, die man gestern freundlicherweise einfach so dazubekommen hat, gilt es schließlich, sinnvoll zu nutzen.

Des Weiteren angenehm: Das „Es war letzte Nacht so stickig und heiß, ich konnte kaum ein Auge zumachen“ gehört nun der saisonalen Vergangenheit an. Der Studierende von heute kann sich nun äußerst glücklich schätzen, wenn der Nachbar gut für einen mitheizt und oder die eigenen vier Wände von einem halbwegs bezahlbaren Heizungssystem gespeist werden.

Und last but not least: Niemand muss sich in den kommenden Monaten mehr über die um 5 Uhr schon mehr als quietschfidelen Vögel vor dem Fenster beschweren. Jetzt ist der Studierende froh und dankbar, wenn überhaupt irgendein akustischer Reiz den Tiefschlaf durchdringt und anzeigt, dass es mehr als an der Zeit ist, seine Beine in die Hand zu nehmen und sich auf direktem Wege in die Vorlesung zu machen. In Momenten der akuten Zeitnot gilt dann nicht die herkömmlich langweilige „Was zieh‘ ich an“-Outfit-Frage, nun ist das Kredo „Zieh‘ so viel wie möglich an“, um an zugigen Bahngleisen nicht an Ort und Stelle festzufrieren. So hat man auch ausreichend Zeit und verbleibende Lebensenergie, sich zu fragen, in welchem Universum die angekündigten drei Minuten des zu erwartenden Verkehrsmittels auch wirklich mal drei Minuten und nicht sieben oder mehr dauern und warum die eigene Definition von „jetzt“ so komplett weltfremd zu sein scheint.

Also mottet Eure Sonnenbrillen ein, nehmt dafür lieber eine Prise Gelassenheit, zwei Teelöffel Besinnlichkeit und ein halbes Pfund Koffein in Trockenmasse mit, dann wird mit Sicherheit gelingen, was Ihr Euch vorgenommen habt. In diesem Sinne – einen guten Start ins Wintersemester 2015/16!

Svenja

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