Anlaufstelle für internationale Studis: das Tutoren Service Center (TSC)

Wer schon mal ein Auslandssemester absolviert hat, weiß, wie schwierig es ist, sich in einem fremden Land, in einer neuen Stadt, in einer anderen Kultur zurechtzufinden. Auch an die Universität Duisburg-Essen kommen jedes Semester zahlreiche Studierende aus dem Ausland, um dort ein Erasmus-Semester zu verbringen oder sogar ihren Bachelor- oder Masterabschluss zu machen. Gut, dass es das Tutoren Service Center (TSC) des Akademischen Auslandsamtes gibt. Dort werden internationale Studierende von Beginn an beraten, begleitet und unterstützt. Der Leiter des TSC, Udo Rasum, hat uns in einem Interview erzählt, mit welchen Angeboten und Aktionen die Tutoren internationalen Studis zur Seite stehen.

Udo RasumStudistory: Herr Rasum, Sie sind seit Mai 2013 Hauptverantwortlicher des Tutoren Service Centers (TSC) und waren sogar schon als Student Tutor beim TSC. Seit der Gründung im Jahr 2007 sind Sie mit dabei. Warum gibt es das TSC und was wird Studierenden dort geboten?

Udo Rasum: Das TSC sieht sich als Kommunikationsplattform zwischen deutschen und internationalen Studierenden. Wir wollen nicht nur Studierende aus dem Ausland individuell betreuen und ins Campus-Leben integrieren, sondern auch deutschen Studierenden die Möglichkeit geben, andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen.

Studistory: Wie sieht das konkret aus?

Udo Rasum: Neben Informationsveranstaltungen zu Semesterbeginn und unseren Sprechzeiten bieten wir verschiedene Programme zum kulturellen und sprachlichen Austausch an. Zum Beispiel das Sprachtandem. Dabei treffen sich zwei Studierende unterschiedlicher Muttersprachen und bringen sich gegenseitig ihre jeweilige Sprache bei. Wir vermitteln die Tandem-Partner und geben Anregungen und Lernhilfen.

Studistory: Das klingt spannend. Wie oft und wie lange treffen sich dann die Partner?

Udo Rasum: Das können die Studierenden selbst entscheiden. Man sollte jedoch mindestens ein Semester am Ball bleiben, um auch wirklich etwas davon zu haben und sich die Teilnahme für das Internationale Zertifikat der Uni anrechnen lassen zu können. Das Schöne ist, dass aus den Sprachtandems oft gemeinsame Freizeitaktivitäten und Freundschaften erwachsen.

Studistory: Ganz im Sinne von Integration und kulturellem Austausch. Wie funktioniert das denn genau mit dem Internationalen Zertifikat?

Udo Rasum: Mit dem Zertifikat honoriert die UDE ehrenamtliches Engagement im interkulturellen Bereich. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen die Studierenden ihre Kompetenz in mehreren Bereichen nachweisen, wie zum Beispiel interkulturelle Kompetenz und Sprachkompetenz. Die Teilnahme am Sprachtandem wird für den Baustein Sprachkompetenz angerechnet. Aber auch für den Bereich interkulturelle Kompetenz wird man bei uns fündig.

Studistory: Damit meinen Sie das Buddy-Programm? Können Sie uns dazu etwas erzählen?

Udo Rasum: Als Buddy kümmert man sich um einen Studierenden, der mit dem Erasmus-Programm zu uns kommt. Im Idealfall hat man selbst schon mal im Ausland studiert und weiß, bei welchen Themen ein internationaler Studierender Unterstützung benötigt. Die Kontaktaufnahme geschieht meistens schon vor der Ankunft in Deutschland. Der Buddy holt seinen Partner anschließend vom Flughafen ab, begleitet ihn bis zum Wohnheim und nimmt ihn mit zu den Willkommensveranstaltungen.

Studistory: Das Angebot richtet sich nur an Austauschstudierende?

Udo Rasum: Bisher schon, aber perspektivisch wollen wir auch Buddys für Vollzeitstudierende aus dem Ausland anbieten. Das wäre schön, ist jedoch momentan personell noch nicht machbar.

Studistory: Was passiert denn, wenn der Buddy dem internationalen Studierenden mal nicht weiterhelfen kann, weil er sich bei manchen Themen einfach nicht auskennt?

Udo Rasum: Dafür sind unsere Tutoren da. Wir haben rund 15 Tutoren und Tutorinnen, die regelmäßige Sprechzeiten anbieten. Oft sind das selbst internationale Studierende, die sich schon gut auskennen. Neben den Sprechstunden organisieren unsere Tutoren sämtliche Freizeitaktivitäten, die wir während des Semesters anbieten.

Studistory: Wie zum Beispiel den Internationalen Stammtisch und das Internationale Frühstück?

Udo Rasum: Ja genau. Der Internationale Stammtisch findet ein Mal im Monat in Essen und Duisburg statt. Da treffen sich immer 100 – 200 Leute aus aller Welt in einer Bar und haben einen netten Abend. Das internationale Frühstück wird während der Orientierungstage zu Semesterbeginn angeboten. Es gibt ein kostenloses Buffet und jeder Teilnehmer bringt noch etwas Landestypisches mit. Aber die Tutoren organisieren noch viel mehr…

Studistory: Zum Beispiel?

Udo Rasum: Wie zum Beispiel Städtereisen. Letztes Jahr waren wir mit ca. 40 Leuten in München, haben uns die Stadt angeschaut und Schloss Neu Schwanstein besucht. Das war sehr spannend und die Stimmung war super. Dieses Jahr geht es wahrscheinlich nach Heidelberg.
Ansonsten gibt es regelmäßig ein Fußballturnier, gemeinsame Weihnachtsmarktbesuche oder Bowling-Abende.

Studistory: Wow. Wie viel müssen die Studierenden denn dafür zahlen?

Udo Rasum: Bei unseren Freizeitaktivitäten zahlen die Studierenden höchstens 25 % des Normalpreises, weil wir Fördermittel vom DAAD erhalten. Bei einer Städtereise muss man dann mit ca. 80 € für drei Tage rechnen.

Studistory: Das ist wirklich unschlagbar. Wie können sich denn die Studierenden über diese Angebote informieren und sich anmelden?

TSC_LogoUdo Rasum: Alle Infos gibt es auf unserer Homepage und auf Facebook. Die Homepage wird bald sogar im neuen Design erscheinen und sich auch technisch etwas verbessern. Ich würde zusätzlich empfehlen, sich auf jeden Fall für unseren Newsletter anzumelden, mit dem wir nicht nur auf unsere Veranstaltungen hinweisen, sondern auch Rezepte und Erfahrungsberichte verschicken.

Studistory: Und was muss man machen, wenn man sich selbst für die Arbeit als Tutor oder Buddy interessiert?

Udo Rasum: Für die Buddys gibt eine Online-Bewerbung über unsere Homepage, die immer in einem bestimmten Zeitraum vor Semesterstart freigeschaltet wird. Wenn man sich als Tutor/in bewerben möchte, einfach Lebenslauf und Motivationsschreiben an mich schicken.

Das Interview führte Johanne.

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