Studis, wünscht Euch was! #Wunsch3

Unsere Wünsche für 2016: Liebe, Gesundheit, Erfolg … und wer genau kann uns die Umsetzung garantieren?! Für all diejenigen, die nicht der Hollywood-Träumerei erlegen sind, in der ein scheinbar unheilbar Kranker in letzter Sekunde doch noch geheilt wird, das offensichtlich zerrissene Pärchen doch noch zusammenfindet und für immer und ewig glücklich weiterlebt. Hier die Realität: Wir mögen zwar sehr sehr häufig vom Glück verfolgt sein, aber die wenigsten unserer Wünsche erfüllen sich mit Hilfe einer Hand voll positiver Gedanken oder einer Prise Feenstaub.

Mit unseren alljährlich gleichen und furchtbar konservativen „guten Vorsätzen“ ist doch – seien wir mal ehrlich – bereits spätestens Mitte Februar Schluss. Ob es die zwei Kilo zu viel sind, die uns schon immer gestört haben oder der Beginn der Klausurvorbereitung, welchen wir diesmal definitiv rechtzeitig einleiten und gewissenhaft durchziehen wollten. Wir könnten im Grunde so viel mehr aus unseren Wünschen ziehen als ein optimiertes Trainings- oder Lernprogramm oder den frommen Wunsch, uns nun endlich gewissenhaft mit der Mülltrennung auseinanderzusetzen.

Letztlich ist ein Vorsatz aber noch lange kein Ziel. Es bedarf noch vieler anderer Faktoren, die es auf dem Weg zur erfolgreichen Umsetzung braucht. Einfache Dinge wie Ausdauer, Disziplin und externe Unterstützung sind unabdingbar. Aber ich bezweifle stark, dass unsere ach so realistisch gesteckten Vorsätze im „Ich-Modus“ tatsächlich irgendwann die Früchte tragen, die wir uns anfänglich so bunt und lebhaft ausgemalt haben. Denn was bringt es, sich einen Pfad entlangzukämpfen, auf dem wir rechts und links nichts anderes wahrnehmen als uns selbst. Nur unser eigenes Wohl. Ergo sollten wir uns nicht nur Dinge vornehmen, wir sollten diese dann auch in die Realität umsetzen. Den wichtigsten Punkt sehe ich aber darin, auch mal etwas für Andere zu tun. Es muss ja nicht für irgendwen sein. Lasst uns doch einfach mal im Familien- und Freundeskreis anfangen. Bei den wenigsten von uns gibt es da überhaupt keine Baustellen oder kein Verbesserungspotential.

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Wenn Euch also auch manchmal die richtigen Worte fehlen und Ihr oft nicht wisst, auf welchem Wege Ihr helfend oder unterstützend wirken könnt, folgen auf studistory.com in nächster Zeit ein paar wirklich gute Vorsätze. Denn es sind oft die Kleinigkeiten im Alltag, die den Unterschied machen.
Einige meiner Bekannten, denen dieser Gedanke gefiel, machen nun hier den Anfang und äußern ihre Wünsche, Hoffnungen und Pläne für das Jahr 2016. Und vielleicht liest es ja der oder die Richtige und fühlt sich angesprochen oder findet die lang ersehnte Inspiration für positive Veränderung in Euren gesammelten Ideen.

#Wunsch3

Oft ist die Grenze zwischen Dingen, die man für sich tut und Dingen, die man für Andere tut, nicht klar zu ziehen. Wenn ich versuche, die Vorsätze und Wünsche an mich selbst zu betrachten, von denen meine Mitmenschen in gleichem Maße profitieren, stelle ich fest: es ist gar nicht so schwierig. Es muss gar keine scharfe Trennlinie geben. Man muss nicht genau abstecken, wer aus was mehr Gewinn ziehen kann und wie viel das wert ist.
Denn gutes – genau wie schlechtes – ist immer wechselseitig. Ich spreche nicht von Karma, lediglich von dem Gefühl. Das gute Gefühl regelmäßig Sport zu machen, zufrieden mit sich zu sein und dies auch auszustrahlen. Zum wiederholten Male versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören und den Alkohol- und Partykonsum zu reduzieren. Mir selbst etwas gutes zu tun bewirkt also letztlich, dass ich insgesamt positiver durchs Leben gehe, mehr Geduld aufbringe, Verständnis zeige, freundlich bin. Bin ich mit dem richtigen Fuß aufgestanden, ist ein Lächeln für die Kaisers-Kassiererin, die sich „verpiept“ hat und damit den gesamten Betrieb lahmlegt und Nachsicht dem Praktikant gegenüber, der mal wieder die falschen Unterlagen geschreddert hat, kein Hexenwerk. Im Gegenteil. Du erntest, was du sähst. Und wenn die Oma beim Anblick der mitgebrachten Blumen strahlt, dann strahlt man doch gleich mit.
Für mich und meinen Umgang mit Anderen wünsche ich mir einerseits mehr Offenheit Fremden und mehr ehrliche Aufmerksamkeit Freunden gegenüber. Denn letztlich ist das wertvollste Gut im ewigen Kreislauf des Geben und Nehmens ein ernst gemeintes Lächeln, Respekt und Zeit.
Auf diesen Grundpfeilern des täglichen Miteinanders ist das nächste Fehlverhalten in volltrunkenem Zustand vielleicht auch wieder verzeihlicher. Wir und Andere wissen dann, dass wir auch anders können.

Stephen, 26, studiert Soziologie, Campus Duisburg

#Wunsch2

Ich möchte mir ja eigentlich nichts für mich selbst wünschen, deswegen formuliere ich es um: Ich wünsche mir für den jungen Herrn, der jeden Montag in der Ökonomievorlesung zwei Reihen vor mit sitzt und sich immer geistesabwesend durch seine blonden Locken fährt, dass er sich im Jahr 2016 mal länger als furchtbar kurz zu mir umsieht. Dann würde aus seinem und meinem schüchternen Lächeln, gefolgt von einem hastigen Weggucken, vielleicht in der nächsten Vorlesung mal ein schüchternes „Hallo“ werden. Er könnte sich natürlich auch jederzeit zu mir setzen. Aber falls das nicht passiert, wünsche ich mir den Mut, ihn anzusprechen, mich zu ihm zu setzen oder ähnliches. Sonst ist das Semester vorbei und ich muss mich die ganzen Ferien lang fragen, ob er im Sommer auch wieder vor mit sitzen wird.

Florence, 21, studiert Wirtschaftswissenschaften, Campus Esse

#Wunsch1

Ich wünsche mir, dass meine beste Freundin, mit der ich seit drei Jahren zusammen studiere und die ich sehr lieb gewonnen habe, im kommenden Jahr mehr an sich denkt. Das Jahr 2015 hat es nicht sehr gut mit ihr und ihrer Familie gemeint und ihnen mehr Steine in den Weg gelegt, als vorstellbar. Zusätzlich arbeitet sie viel und ist ihren Freunden und mir sowohl im Studium als auch in privaten Angelegenheiten immer eine große Hilfe, hat immer ein offenes Ohr. Ich bewundere, wie sie das alles meistert aber ich sehe auch, dass sie sich insgesamt zu viel aufbürdet. Bei gesundheitlichen Problemen hört aus meiner Sicht der Spaß auf. Da muss man manchmal einfach die Reißleine ziehen. Von Schlafstörungen bis zu Hörstürzen war schon alles dabei.

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Jetzt wünsche ich ihr mehr Ruhe, mehr Zeit und vor allem, dass sie mal Abschalten kann. Deswegen werde ich mich nun aktiv darum bemühen, dass sie merklich weniger Stress ausgesetzt ist: Ich schicke ihr meine Skripte zum Lernen, das sollte die Zeit und Nerven sparen. Ich lade sie häufiger auf einen Kakao in unserem Lieblingscafé ein. Am Montag werde ich ihre Lieblingsschokolade mit ins Seminar bringen. Ich werde mich mehr bemühen, auch ihr eine Unterstützung zu sein und sie mit kleinen Gesten zum Lächeln zu bringen. Sie hat es verdient.

Linda, 24, studiert Spanisch und Englisch, Campus Essen

Wenn Euch die Idee der „wirklich guten Vorsätze“ gefällt und Ihr etwas beitragen möchtet, meldet Euch gern jederzeit unter heuser@stw.essen-duisburg.de bei mir oder direkt hier im Kontaktformular. Teilt Euch mit, lasst Eure Kommilitonen an Euren Gedanken und Taten teilhaben! Selbstverständlich werden Eure Beiträge vertraulich behandelt und verarbeitet. Wer möchte, bekommt auch ein schickes Pseudonym verpasst.

Ich freue mich auf Euren Input. Auch ich sitze schon an einem Masterplan …

Svenja

2 Gedanken zu “Studis, wünscht Euch was! #Wunsch3

  1. Ich finde die Idee, dass man sich gerade auch um seinen „Nachbarn“ kümmert und einmal über den Tellerrand schaut, sehr schön. Dennoch darf man sich selbst dabei nicht vergessen und muss auch auf sich achten. Ein guter Mittelweg wäre gut und mehr, als sich nur mit eigenen Problemen zu beschäftigen.
    Elke

    Gefällt 1 Person

  2. Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr anderen Menschen gegenüber offener und geduldiger zu sein. Wenn mich die Kassiererin im Supermarkt anmault, werde ich versuchen zurückzulächeln und mir zu überlegen, welche Laus ihr heute über den Weg gelaufen sein könnte. Vielleicht steigert das ihre Laune und sie lächelt zurück. Das wäre doch schön. Einfach netter miteinander umgehen – das ist mein Wunsch für 2016!

    Gefällt 1 Person

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