Auf nach New Jersey

Geschafft. Ich bin dabei. Die Freude war groß, als ich Anfang des Jahres erfuhr, dass ich Teil des International Job Shadowing Programms geworden bin. Aber der Reihe nach.

Mein Name ist Peter Keitmeier und ich arbeite als BAföG-Sachbearbeiter seit vier Jahren beim Studierendenwerk Essen-Duisburg. Ich mag meinen Job, denn ich kann durch meine Arbeit dazu beitragen, dass für viele Studierende der Studienalltag durch eine geregelte Finanzierung einfacher wird. Meine Kolleginnen, Kollegen und ich, wir alle bearbeiten pro Person rund 660 BAföG-Anträge im Jahr, das sind 2015 insgesamt 9.160 Anträge gewesen. Davon waren 3.720 Erstanträge. Erstanträge sind deshalb immer besonders aufwändig, weil wir da noch viel mehr Grundinformationen prüfen und verarbeiten müssen. Aber das Ergebnis zählt: Denn wir konnten im letzten Jahr sage und schreibe mehr als 35 Millionen Euro – mehr als je zuvor – auszahlen. Natürlich müssen wir auch den ein oder anderen Antrag ablehnen, denn die Bearbeitung erfolgt anhand sehr enger Kriterien. Man darf ja nicht vergessen. BAföG ist ein Gesetz, das Bundesausbildungsförderungsgesetz – und Gesetze haben klare Regeln.

Soviel zu meiner Tätigkeit im Studierendenwerk.

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Im Mai letzten Jahres erhielten alle Mitarbeiter/innen des Studierendenwerks eine Mail. Das Deutsche Studentenwerk, das ist der Dachverband aller 58 Studenten- und Studierendenwerke in Deutschland, schickte eine Ausschreibung zum „Individuellen Mitarbeiteraustauschprogramm“. Der Internationale Austausch von Mitarbeitern und Kulturprogrammen findet häufig innereuropäisch zwischen Deutschland und Frankreich statt. Dieses Mal ging es um ein International Job Shadowing zwischen Deutschland und den USA.

Mein Interesse war geweckt. Denn die USA gelten weltweit als die Nummer eins in Sachen Hochschulbildung. Und sie haben eine Vielfalt und exzellente Qualität der Angebote im Bereich der Service- und Beratungsangebote für Studierende, in dem auch die individuelle Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden gezielt gefördert wird. In den USA sind die Hochschulabteilungen „Student Affairs“/„Student Services“ für die Gestaltung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen des Studierens zuständig. Das ist bei uns ja auch der Fall. Dank der internationalen Aktivitäten des DSW gibt es nun erstmals die Möglichkeit zum gezielten Erfahrungsaustausch mit Kollegen aus den Vereinigten Staaten. Und ich bin als Pionier dabei, sozusagen der Pilgrim father des BAföG! Allerdings werde ich nicht wochenlang auf dem Segelschiff über den Atlantik unterwegs sein, werde keine neuen Kolonien gründen und auch nicht in Massachusetts landen. Mein Flug geht am 13. Februar von Düsseldorf nach Newark Liberty International Airport. Nachmittags hebe ich ab und dank der Zeitverschiebung kann ich schon um 18 Uhr amerikanischen Boden betreten.

Ich werde meine „Schattentage“ („Shadowing“) in einer entsprechenden Student Affairs Abteilung der altehrwürdigen Rutgers University in New Jersey verbringen, die in diesem Jahr ihr 250 jähriges Bestehen feiert. Hier haben schon die mit Harrison Ford verheiratete Schauspielerin Calista Flockhart (Ally McBeal) und Kristin Davis (bekannt aus der Fernsehserie Sex and the City) und viele andere namhafte Absolventen studiert.

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State University of New Jersey (Rutgers)

Auf dem Campus beziehe ich eine kleine Gästewohnung. 14 Tage lang. Und ich bin mir sicher, keiner dieser Tage wird mir lang vorkommen. Zuviel Neues wartet auf mich: Ich werde Einblicke in die Arbeitsweise und -kultur sammeln. Montags beginnt das „Beschatten“ , Arbeitszeit von 8.30 bis 17.00 Uhr. Ich habe die Möglichkeit, meine fachbezogenen Sprachkenntnisse zu verbessern und in meiner Freizeit die Gegend zu erkunden. New York steht auf dem Wochenendprogramm.

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Newark – New Jersey (Wikimedia Commons)

Mehr über Land und Leute, meine Arbeitserfahrungen und meine Erlebnisse kommt dann in Kürze von mir. Und Fotos werde ich sicher auch eine ganze Menge mitbringen.

Gastbeitrag von Peter Keitmeier

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