Das Jahr des Affen an der UDE

Viele junge Chinesen/innen zieht es zum Studium nach Deutschland. Nicht nur die vergleichsweise niedrigen Studiengebühren sind verlockend, auch die deutschen Ausbildungsstandards und das „Made-in-Germany“-Qualitätssiegel fördern die Standort-Attraktivität. Schon längst machen chinesische Studierende den größten Anteil an ausländischen Studierenden innerhalb Deutschlands aus. Ganz besonders beliebt – die Uni Duisburg-Essen (UDE). Von den rund 42.000 Studis insgesamt, kommen die Studierenden mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung aus Asien auf etwa 62%. Dies spiegelt sich auch in der Menge internationaler Partnerschaften im asiatischen Raum wider (Stand 12/2015). Und weil es immer – und ganz besonders in der verregneten Prüfungsphase – schön ist, ein Stück Heimat im Uni-Alltag zu finden, hat das Studierendenwerk Essen-Duisburg ein kleines Frühlingsfest auf die Beine gestellt.

Als wichtigster chinesischer Feiertag erachtet, hat das Neujahrsfest für Chinesen/innen eine große Bedeutung und steckt voller schöner Traditionen. Und wie es der Zufall wollte, fanden sich viele chinesische Studierende, die dieses ganz besondere Fest zusammen mit ihren Kommilitonen an der UDE feiern wollten.

IMG_96241

Zum Neujahrsfest
Der Neujahrstag fällt auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Dieser Termin wird nach dem traditionellen chinesischen Lunisolarkalender immer wieder neu berechnet. Gefeiert wird das Neujahrsfest vor allem in Ostasien, zusätzlich auch weltweit in Regionen mit großen Anteilen an Mitbürger/innen chinesischer Herkunft. Die Traditionen und Gebräuche können sich aus diesem Grund regional auf unterschiedliche Weise ausprägen und zeigen. Anders als hierzulande ist das chinesische Neujahr ein traditionelles Familienfest, was alljährlich zu großen Strömen heranreisender Chinesen/innen aus aller Herren Länder zurück in ihre Heimat führt.

Roter Laternenschmuck wurde in den Mensen im Foyer des Duisburger Hauptmensa aufgehängt – sie stehen als traditionelles Symbol für Glück, Freude und Wohlstand.

IMG_96821Wer bislang der Meinung war, er würde besonders viel Energie in die Organisation und langfristige Planung seines Silvesterabends stecken, der sei hier eines besseren bzw. einer anderen Dimension belehrt. Die Vorbereitungen für das chinesische Neujahrsfest beginnen bereits lange vor dem eigentlichen Termin. Vor dem Neujahr wird im Grunde erst einmal alles Mögliche erneuert: es werden Wände neu gestrichen, sich neu eingekleidet, ein neuer Haarschnitt gemacht und dergleichen mehr. Auch die Reinigung des Hauses mit Bambuszweigen und die Dekoration mit roten Lampen- und Bänderschmuck ist Teil der pre-neujährlichen Tradition. Am Vorabend des Neujahrs gibt es dann ein Festessen im Kreise der Familie und Geldgeschenke. Zusätzlich wird nochallerhand vorbereitet – beispielsweise jiǎozi für den Neujahrstag.

IMG_96481

In den Hauptmensen der Uni Duisburg-Essen gab es in der letzten Woche u.a. genau diese traditionellen chinesischen Leckereien auf die Gabel bzw. zwischen die Stäbchen.

 

Etwa eine Stunde vor Beginn des neuen Jahres verlässt man das Haus und befördert damit die Spuren und Lasten des alten Jahres mit hinaus. Anschließend wird dem Glück des neuen Jahres die Fenster geöffnet und es werden Lichter angezündet. Ungleich der deutschen Silvester-Sitten werden in China nicht nur drei gesetzliche Feiertage ins Rennen geworfen, es wird auch gleich mehrere Tage am Stück gefeiert. Während bei uns „lediglich“ der Silvesterabend und der erste Tag des neuen Jahres gefeiert wird, sind es in der Volksrepublik China traditionell fünfzehn Tage, wovon sich nicht selten etwa eine Woche frei genommen wird. In dieser Zeit ist der Bezug zur Familie, den Verstorbenen und den Ahnen noch stärker als sonst. Ein Laternenfest markiert dann das Ende der Festivitäten zur Begrüßung des neuen Jahres. Es werden Kerzen außerhalb des Hauses angezündet, die den Geistern den Weg nach Hause leiten sollen.

IMG_96921

Sicherlich keine tausendjährige Tradition, aber auf der Karaoke-Bühne im Duisburger Mensa-Foyer konnte zu internationalem Liedgut gesungen und getanzt werden.

Die gesammelten Wünsche aller Studierenden für das Jahr 2016 konnten am Campus Duisburg an einen Glücksbaum gehangen werden. Schnell waren alle Baumblätter mit Wünschen versehen und angebracht. Egal in welcher Sprache, ob Chinesisch, Englisch oder Deutsch, hier fand sich allerhand: Besonders eindringlich wünschten sich die Studis gute Noten für sich selbst (viele 1,0er sollte es da regnen) und Glück und Gesundheit für Freunde und Familie.

IMG_9611
Das Jahr des Affen begann somit am 8. Februar 2016, endet am 27. Januar 2017 und soll in besonderem Maße von Lebensfreude, Opportunismus und Horizonterweiterung geprägt sein.

Was Glück bringen soll

  • Das Öffnen von Fenstern und Türen, um das Glück hereinzulassen.
  • Licht in der Nacht brennen lassen, um dem Glück den Weg ins Haus zu leiten und böse Geister abzuschrecken.IMG_96641
  • Süßes Essen, um das kommende Jahr zu süßen.
  • Der Hausputz, damit das Glück genug Platz findet.
  • Was am ersten Tag des neuen Jahres passiert, soll das kommende Jahr reflektieren.
  • Ein neues Paar Hausschuhe, im alten Jahr gekauft, soll Vergangenes abstreifen.
  • Das Berühren des chinesischen Glückshundes soll Glück für das ganze Jahr bringen.

Svenja

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s