Mein Halbmarathon-Tagebuch: Tag 26 von 84

Tick tack tick tack. Wie die Zeit vergeht. Da versetzte mich der fröhlich herunterzählende Countdown auf der Homepage des VIVAWEST-Marathons vorige Woche im ersten Moment eher in Angst und Schrecken, als dass er mich irgendwie beflügelt hätte. Denn die letzten 26 Tage waren für mich ein Auf und Ab der Gefühle in puncto Halbmarathon-Vorbereitung. Im einen Moment war ich top motiviert, um im nächsten am ganzen Vorhaben entnervt zu zweifeln.

girl-931708_1280Das Down:
Dazu muss man wissen, ich fechte hier einen ganz persönlichen Kampf gegen meinen Schweinehund aus, der viel lieber Kraft- als Ausdauertraining betreibt. Mein Ausreden-Generator lief also auf Hochtouren und zog alle möglichen und unmöglichen Umweltfaktoren heran, angefangen bei Morgendunkelheit, über Abenddunkelheit, Regen, Wind, keine Zeit oder keine Lust bis hin zu „Ach Mist, der Ipod ist nicht geladen, schade!“, um ja nicht joggen gehen zu müssen. Diese Phase war mein persönliches Tief im bisherigen Verlauf der Vorbereitung.

Das Up:
Gerade läuft es immer besser. Teilweise läuft es sogar gut! Sogar im Urlaub habe ich mich nicht nur vor dem verschneiten Berg-Panorama Österreichs auf’s Laufband gestellt, sondern auch die Wälder und Pfade entlang des index1Starnberger Sees beradelt und die Outdoor-Poolwelt meines Hotels beschwommen. Mein Kredo: Hauptsache Cardio! Zurück im Alltag ist es dann oft gar nicht so einfach, sich zwischen zwei Jobs, der Uni und einem Leben, in regelmäßigen Abständen zu einer morgendlichen oder abendlichen Joggingrunde durchzuringen. Aber sobald ich unter Zeitdruck gerate und mit dem Rücken zur Wand zu stehen scheine – und ich denke, viele Studis können ein Lied davon singen – überkommt mich ein unerwarteter Motivationsschub, und ich blicke der bevorstehenden Aufgabe angriffslustig ins Gesicht (in diesem speziellen Fall spreche ich mal nicht von einem Stapel Lernsachen, sondern von meinen Laufschuhen), während ich mir buchstäblich die Ärmel hochkremple und loslege.

Die Motivation:
Neben dem Zeitdruck, den einerseits der Start-Termin des Halbmarathons auf mich ausübt, und des Leistungsdrucks, den ich mir selbst mache, hat wohl mein Trainingspartner den größten Anteil an meinem Aufstieg aus dem Tal der Lustlosigkeit hinsichtlich des Laufens. Meine grimmigen Kommentare á la „Du hast gut reden! Mit zwei Metern Körpergröße und dementsprechend langen Beinen, mache ich bei einem Deiner run-750466_1280Schritte doch mindestens drei“ prallen einfach an ihm ab. Entgegnet wird dann ein amüsiertes Lächeln, gefolgt von einem unbeirrten und irgendwie ziemlich entwaffnenden „Komm schon, lass uns einfach laufen gehen. Du schaffst das, wir machen das zusammen.“ Und seitdem laufe ich. Ich laufe immer häufiger und immer länger. Oft werde ich nach dem Lauf mit einem anschließenden Bauchtraining belohnt, damit sich die Sporteinheit für mich nicht ganz so öde gestaltet. Am besten tat mir bisher aber das Ausprobieren verschiedenster Laufstrecken (Stichwort: Baldeneysee & Gruga). Mehr dazu gibt’s im nächsten Eintrag meines Halbmarathon-Tagebuchs.

Die kleinen Helfer:
Also welche Ziele Ihr auch habt, sei es bis zum Sommer an Euren Astralkörpern zu feilen oder endlich diese ungeliebte Hausarbeit fertigzustellen: Säumt Euren Weg bis zum Ziel mit kleinen Belohnungen, die Euch immer wieder auf’s Neue motivieren. Dinge, auf die Ihr hinarbeiten könnt.

Problem: Sport

  • Lösungsansatz: Ganz classy ist der Kauf eines neuen Sport-Outfits. Steckt man erst einmal darin, fühlt man sich gut, ist beschwingt und voll neuer Energie.
  • Sport-Zusatz-Tipp: Man kann sich mit dem Kauf einer kleineren oder größeren Größe, je nach Trainigsziel, und dem sichtbaren Positionieren dieses Teils auf neue Zwischenziele einnorden und sich selbst belohnen.

Problem: Uni

  • Lösungsansatz: Aufgaben und Abgaben knallhart terminieren. Plant realistisch, aber seid auch ein wenig streng zu Euch selbst. Mit etwas Disziplin ist das Meiste viel schneller erledigt, als man zu Beginn denkt. Nehmt Euch nach diesen Arbeitsphasen dann aber auch mal ein paar Tage „frei“ und plant etwas schönes, worauf Ihr hinarbeiten und Euch freuen könnt.
  • Uni-Zusatz-Tipp: Denkt an wärmere Tage, an Sonne und an freie Zeit, die Ihr draußen unbesorgt mit Freunden verbringend könnt… Und jetzt erledigt unliebsame Uni-Arbeit, sodass Ihr diese Zeit nachher auch tatsächlich habt und nicht griesgrämig am Schreibtisch sitzt, während alle Anderen im Park Frisbee spielen, grillen und ihre sonnige Freizeit genießen.

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Für alle Mitlaufenden der ersten Duisburg-Essener Universitätsmeisterschaften im Rahmen des VIVAWEST-Marathons: Uns bleiben jetzt noch 58 Tage und 17 Stunden zur Vorbereitung. Klingt viel, ist es aber nicht. Also auf geht’s! Sogar das Wetter in Essen und Duisburg scheint heute mitzuspielen, warum also nicht direkt die Laufschuhe schnüren und ein Ründchen drehen? 😉

Svenja

Mein Halbmarathon-Tagebuch: Tag 1 von 84

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