„Parksounds“ 2016 & was sonst noch so geht

Alle Jahre wieder verwandelt sich der Essener Stadtgarten am RWE-Turm nahe des Hauptbahnhofes zu einer „magischen Klanginsel“. Von Montag, den 20.06. bis einschließlich Freitag, den 24.06., jeweils von 20-22 Uhr, ist entspannen, flanieren und feiern zu elektronischen Klangkompositionen von Studierenden der Folkwang Universität der Künste angesagt. Was dahinter steckt, erfahren wir aus erster Hand von Simon, einem Folkwang-Studenten.

Simon ist einer der Folkwang-Studis und Künstler, die ihre Klang-Kompositionen im Stadtgarten präsentieren werden. Simon hat uns einige Fragen zu „Parksounds“ und seinem Studium beantwortet und uns darüber hinaus über sehens- und besonders hörenswerte Events mit Folkwang-Beteiligung in nächster Zeit informiert:

Wer organisiert „Parksounds“ und wie spielt das mit der Folkwang-Uni zusammen?
Die Philharmonie Essen richtet in Kooperation mit dem Institut für
Computermusik und Elektronische Medien (ICEM) der Folkwang Universität
der Künste die „Parksounds“ aus. Daher sind wir Kompositionsstudenten
diejenigen, die 5 Tage lang die Musik im Stadtgarten gestalten dürfen.Essener_StadtgartenWie habt ihr euch auf „Parksounds“ vorbereitet?
Bei der Gestaltung der Abende im Stadtgarten haben wir nahezu alle
Freiheiten, die man sich vorstellen kann. Das bedeutet, wir dürfen unsere eigene Kompositionen und die Stücke anderer Künstler präsentieren, welche wiederum zu einem zweistündigen Set pro Abend zusammengesetzt werden. Die Musikrichtung ist dabei ein bunter Mix aus elektronischer Musik, neuer Musik, Rock, Pop, HipHop und allem, was es sonst noch so gibt. Ganz nach Belieben desjenigen, der den Abend gestaltet. Normalerweise bereiten zwei Studierende unter Aufsicht eines Dozenten einen Abend vor. In der Regel dauert das zwei Wochen.

Und Ihr geht auch als Gäste zu „Parksounds“?
Ja aber sicher!

Inwiefern beeinflusst dieses Engagement die Teilnahme an anderen Essener Events?
Im Grunde genommen gar nicht, jedoch wurden Studenten, die bei den
„Parksounds“ mitgemacht haben, damals gefragt, an der Werksschwimmbad-
Eröffnung 2014 den musikalischen Rahmen zu gestalten.

Was studiert Ihr „Parksound“-Komponisten denn an der Folkwang-Uni?
Der Studiengang nennt sich „Integrative Komposition“ und besteht aus Instrumental, Elektronisch, Pop und Visualisierung. Man wählt eines als volume-949240_1920Hauptfach und belegt die anderen jährlich wechselnd als Nebenfach. Darüber hinaus besuchen wir Seminare, die auf das Hauptfach zugeschnitten sind. Bei Instrumentalkomposition sind das z.B. Satzlehre und Instrumentation, bei Elektronischer Komposition z.B. Klangsynthese und Tonstudiotechnik, bei Pop-Komposition z.B. Rhythm & Groove und Praxis Aufnahmestudio, bei Visualisierung z.B. Film/Bild/Medienanalyse und Kameraarbeit & Beleuchtung.

Jetzt die ganz klassische Frage: Was kann man später damit beruflich machen?
Man wird Komponist, Produzent, Live-Performer (elektronische Musik),
Schlagzeuger, Pädagoge oder Tontechniker.

Stichwort „Leben und studieren am Folkwang-Campus“?
Echt eine super Sache!

Was ist das nächste Projekt – universitär und privat?
Im Studium: Ein Projekt mit Tanz, Video und Musik im Hauptfach
Elektronische Komposition, sowie ein 3D-Animations-Video in meinem zweiten Hauptfach Visualisierung.
Neben der Uni spiele ich bei „Kultrekorder“ und Sanity Were Leaving
Gods“ Schlagzeug und unterrichte auch Schlagzeug an einer privaten
Schlagzeugschule namens „BOOOM-Kollektiv“ in Essen Rüttenscheid.
Des Weiteren arbeite ich zusammen mit einem Studienfreund an einem
Techno-Duo, spiele in einem Electro-Trio, produziere für das Promiskollektiv HipHop Beats und und und …

Bei welchen anderen Events in NRW haben die Folkwang-Studis ihre Finger noch im Spiel?
Das ICEM beteiligt sich jedes Jahr am „NOW! Festival“, bei dem
unterschiedlichste neue Musik gespielt wird. Veranstaltungen finden
sowohl an der Folkwang Universität, als auch in der Essener Philharmonie
statt. Studierende des ICEM haben eine Konzertreihe ins Leben gerufen, die den Titel „Stromspießer“ trägt. Hier wird experimentelle elektronische Live-
Musik gespielt. Zum Einsatz kommen verschiedenste Hardware- als
auch Software-Synthesizer, Effektgeräte und im Grunde alles was Sound macht.
Die „Extraschicht“ ist ein Kultur-Festival, bei dem am 25.06.2016, dem letzten
Samstag im Juni, von 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr ca. 2000 Künstler ehemalige
Industrieanlagen, Museen und Landmarken in der Metropole Ruhr
bespielen, wo natürlich auch das ICEM beteiligt ist.
Außerdem beschallt das ICEM im September den Gasometer in Oberhausen. Spektakulär dabei ist die spezielle Akustik des Raumes, die den Interpreten durch die lange Nachhallzeit interessante Klangexperimente ermöglicht, andererseits aber auch musikalische Einschränkungen mit sich bringt.spectator-1394393_1920
Hast Du ein paar musikalische Veranstaltungstipps für den Sommer?
1. „Ruhr-in-Love“ in Oberhausen am 2. Juli
2. „Techno Trifft Freunde Open Air“ in Gelsenkirchen am 9. Juli
3. „Festivalkult 2016“ in Porta Westfalica (bei Minden an der Weser) vom 5. – 7.
August
4. „Ruhrtriennale“ im Ruhrgebiet vom 12. August – 24. September
5. „Platzhirsch-Festival“ in Duisburg vom 2.- 4. September

Vielen Dank an Simon, für die Infos zu „Parksounds“ und den Blick hinter die Kulissen. Wir wünschen allen Folkwang-Studis ganz viel Erfolg, Spaß und gutes Wetter für die kommende Woche! Simons Set wird übrigens am Freitag den 24.06. präsentiert.

Svenja

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