7 Wochen – 7 Tipps: 5. Hör auf Deinen Körper

Du musst heute noch mindestens drei, wenn nicht am Besten sechs Stunden lernen, zwei Seminare besuchen, ein paar Bücher aus der Bib abholen, die Abendschicht im Restaurant um die Ecke schmeißen und bevor Dein Mitbewohner morgen aus dem Urlaub kommt, wolltest Du doch auch noch das Bad geputzt haben, oder? – Wer kennt das nicht? Stress! In haushaltsüblichen Mengen kann er motivieren und aktivieren, bei langfristiger und hoher Belastung kann er sich zu einem ernstzunehmenden Fallstrick – nicht nur für Dein Studium, sondern auch für Dein gesamtes Leben – entwickeln. Also, auf welche Anzeichen solltest Du achten und ab wann leiden Körper und Geist unter Deinem Stress?

Leider gibt es kein Rezept, kein allumfassendes Mittel und erst recht keine festgelegte Norm für Stress- und Stressbewältigung. Was den Einen über alle Maßen stresst, kann für den Anderen lediglich als fordernd wahrgenommen werden. Das hat nichts mit Schwäche oder Stärke zu tun, auch nicht mit Gewohnheit. Denn eines steht fest: Stress ist individuell. Lass Dir nicht sagen, mit wie viel Druck und Stress jemand anderes täglich umgeht. Und wenn es Dir nichts ausmacht unter Dauerstrom zu stehen, dann such Dir eben noch ein weiteres Hobby. Aber tue dabei eines ganz gewissenhaft: Höre auf Deinen Körper!

1. Wenn Du nicht mehr entspannen kannst
Du fragst Dich, wie es sein kann, dass Deine Kommilitonen in der Prüfungsphase abends entspannt ein Bier trinken gehen, mal einen Tag am See verbringen oder sogar in den Urlaub fahren? Dein ganzer Tag hingegen dreht sich um Deine nicht enden wollende To-Do-Liste und sie ist durchgängig in Deinen Gedanken, ja sogar in Deinen Träumen präsent?
Zieh die Notbremse! Deine Kommilitonen können aus einem einfachen Grund Zeit für Freizeit erübrigen: Sie wissen, dass sie es müssen, um dem Stress in ihrem Leben die Stirn bieten zu können. Es gibt keine Anspannung ohne Entspannung, das ist eine ganz einfache Rechnung. Wenn Du Deinem Akku nicht die Chance gibst, aufzuladen, und Deinem Kopf nicht die Möglichkeit, mal abzuschalten, dann wirst du früher oder später – und es ist meistens früher – die Quittung dafür bekommen.
Nimm Dir Zeit für Dich. Egal was Du tust, beschäftige Dich einfach mit etwas anderem als Deinen Aufgaben und Pflichten. Täglich! Diese Zeit ist gut investiert, immer irgendwie aufzutreiben und mehr als Gold wert.

2. Wenn Du Dich nicht mehr konzentrieren kannst
Du liest einen Satz zum gefühlt 87. Mal, vergisst den Geburtstag Deines Vaters oder fragst Dich eine halbe Stunde nach dem morgendlichen Zähneputzen, ob Du Dir eigentlich schon die Zähne geputzt hast? Du bist nicht verrückt, das passiert. Passiert es allerdings vermehrt und Du wirst schon darauf angesprochen, solltest Du eingreifen!
Bevor Du Dich in einen Teufelskreis begibst, in dem Du alles andere als produktiv bist, musst Du ausbrechen und das System herunterfahren, anstatt immer wieder Neustarts zu erzwingen.

3. Wenn Du nicht mehr schlafen kannst oder nur noch schlafen könntest
Es gibt Frühaufsteher und Langschläfer, manche Leute brauchen mehr und manche brauchen weniger Schlaf. Sie alle haben eines gemein: Ihren eigenen Schlafrhythmus. Sobald Du als Frühaufsteher morgens dauerhaft nicht mehr rauskommst, als Langschläfer mit den ersten Sonnenstrahlen senkrecht im Bett stehst, nächtelang sorgenerfüllt wachliegst oder Du von heute auf morgen einfach nur noch schlafen könntest und Dich vollkommen ausgelaugt und energielos fühlst, ist etwas falsch. Mit solchen Veränderungen im Schlafrhythmus will Dein Körper Dir entweder eine Über- oder eine Unterforderung signalisieren. Ideal wäre es, wenn Du am Abend sowohl geistig als auch körperlich in einem für Dich angenehmen Maße ausgelastet und erschöpft bist, um müde und schlafbedürftig zu sein.
Fakt ist: Wenn Du am Schlaf, der wichtigsten Regenerationsinstanz, sparst, spart Dein Körper schon bald an anderer Stelle – Deine kognitiven Leistungen werden absinken und Dein Körper wird versuchen, Dir mit krankheitsartigen Symptomen Notsignale zu senden:

4. Wenn Du Dich krank fühlst
Ausgelaugt und energielos, fahrig und abgespannt. Du hast auf einmal unerklärliche Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit oder Herzrasen. Das sind typische Anzeichen von einem zu hohes Stresslevel. Der psychische Druck hat sich nun vollends auch auf deine Physis übertragen. Das solltest Du ernst nehmen und aktiv durch Stressminderung, Entspannung und Ablenkung bekämpfen.

5. Wenn Du Dich wie ein Ekel aufführst
Wenn Dein Geduldsfaden an einem Tag mal etwas kürzer erscheint als an anderen Tagen, ist das vollkommen normal und sozial unbedenklich. Sobald Du aber merkst, dass Du bei den kleinsten Kleinigkeiten grundlos aus der Haut fährst, keine Geduld mehr aufbringen kannst und grundsätzlich Dein entspanntes Lächeln gegen einen gemeinen Flunsch ausgetauscht hast, dann muss interveniert werden. Denn in den meisten Fällen liegt es nicht an der Effizienz des Kassierers im Supermarkt, auch nicht an der niedlichen Seniorin, die im Münzfach ihrer Geldbörse kramt oder an dem tropfenden Eis in Deiner Hand, was schleunigst gegessen werden möchte. Nein, in den meisten Fällen kann Deine Umwelt nämlich nichts für Deinen so ungesunderweise überstrapazierten Geduldsfaden. Genauso wenig sind Wutausbrüche und Türe knallen angemessen, wenn Dein Mitbewohner Dein Tofu-Schnitzel verbraten hat. Also atme im Zweifelsfall lieber zwei Mal durch, kaufe ein neues Schnitzel und suche den Fehler bei Dir und Deinem extremen Stresslevel, bevor Du unbesonnen reagierst.

Wenn Du Dich hier in einigen Punkten wiedererkannt haben solltest, wäre vielleicht eine Veränderung zu ein bisschen mehr Ausgeglichenheit und ein bisschen weniger Erledigungsstress ratsam. Hilfe und Beratung bekommst Du zum Beispiel in den sozialen oder psychologischen Beratungsstellen des Studierendenwerks Essen-Duisburg. Vereinbare einfach einen Termin oder geh in die offene Sprechstunde. Das Angebot ist kostenlos und vertraulich.

Svenja

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