Warum kaufen, wenn man auch leihen kann?

Jemand leiht jemandem etwas. Das bedeutet, jemandem etwas für eine bestimmte Zeit zu geben, damit er es benutzen kann. In der heutigen Zeit, wo Nachhaltigkeit groß geschrieben wird, man seinen Nachbarn aber nicht mehr kennt, ist der Vorgang des Leihens in gleichem Maße erstrebenswert wie schwierig. Soviel zur Theorie, hier kommt die Praxis:

Das Feld des Ausleihens ist wohl ebenso riesig wie kurios. Da kann man sich nützlicherweise irgendwo ein Fahrrad oder das „Dr. Oetker Hackfleisch von A bis Z“-Buch ausleihen. Genauso wie eine Bohrmaschine oder eine Zapfanlage – eben Dinge, die man vergleichsweise selten benötigt, die in der Anschaffung aber verhältnismäßig teuer und in der Lagerung recht sperrig sind.

Begibt man sich aber in die Tiefen der Leih- und Verleih-Netzwerke, so stößt man auf Erstaunliches: Zur Verfügung gestellt werden grüne Sneaker, eine Felltrommel, Lavendel-Massageöl oder ein original Leitz Doppellocher. Die Nützlichkeit dieser Gegenstände sind ja noch nachvollziehbar, doch steht auf einem anderen Blatt, ob man sich den Epillierer Marke „Santinelle“ generell von jemandem ausleihen, und wer diesen dann wieder zurückhaben möchte.

Die Vorteile des Leihens:
1. Einmaliges Benutzen oder Ausprobieren eines Objekts, ohne es direkt kaufen zu müssen.tool-384740_1920
2. Benutzen eines Objekts, ohne es selbst lagern zu müssen.
3. Ressourcen sparen wie Plastik oder Holz.
4. Kontakte knüpfen und Vertrauensverhältnisse entstehen lassen.

Leihen und Verleihen – Was Ihr wissen müsst:
Die erste Regel lautet: Vertrauen ist die Währung beim Verleihen. Auf Seiten des Ausleihenden muss genauso darauf vertraut werden, dass das Objekt 1. unbeschadet und 2. überhaupt zurückgegeben wird. Auf Seiten des Leihenden wird wiederum darauf vertraut, dass das Objekt 1. voll funktionstüchtig ist und 2. dem Benutzenden keiner Gefahr aussetzt.

Da dieses Vertrauen außerhalb der Familie oder der Nachbarschaft in größeren Leih-Netzwerken nicht so leicht fällt, erheben Online-Leihläden für teurere Dinge oftmals einen Pfand. Beispielsweise 10 Euro fürs Ausleihen eines Akku­schraubers. Rechtlich ist es in diesem Falle so, dass der Leihende für eventuell entstehende Schäden am Akkuschrauber aufkommen muss. bike-1227145_1920Seine Privathaft­pflicht­versicherung hilft nicht, denn die meisten Versicherer schließen Leihe aus.
Der Entleiher kann sich rechtlich absichern, indem er die Leihdauer oder den Verwendungs­zweck seines Akkuschraubers vertraglich festlegt. Aber Vorsicht, wenn es kommerziell wird, handelt es sich nicht mehr um Leihe, sondern bewegt sich in Gefilden des Mietens und Kaufens, wo schon wieder andere Richtlinie gelten.

Also Share Economy pro oder contra?:
Ob zum Geld sparen, um das eigene Ökogewissen zu beruhigen, die Staubschicht auf dem mal gekauften und doch nicht benutzten Gegenstand XY im Keller nicht allzu dick werden zu lassen oder um das Leihen als soziales Ereignis zu zelebrieren und anderen eine Freude zu machen – Verleihen und Leihen hat seine Vor- und Nachteile. Jeder sollte für sich selbst wissen, was er an wen verleiht und was er von wem ausleiht. Dies funktioniert über eigene soziale Netzwerke genauso gut oder schlecht wie über Online-Portale wie „Fairleihen.de“ oder „whyownit.com„.

books-1194457_1920Meine persönlichen Erfahrungen in der Leih- und Verleih-Branche beschränken sich zum Beispiel bisher ganz klassisch auf Bücher, DVD’s, Kleider der besten Freundin und dergleichen. Was habt Ihr Euch denn schon so alles zusammengeliehen oder verliehen? Gibt es Sachen, die man besser nicht oder nur an Familie und Freunde verleiht?

Svenja

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